Seit Mitte des 20. Jh. ist dieser Ort mehr denn je mit der Stadt Madrid verbunden. In den 60er Jahren begann der kometenhafte Aufstieg dieser Gemeinde, die heute mehr als 160.000 Einwohner hat und die sechstgrößte der autonomen Region ist.
Vor dem Aufschwung der 60er Jahre des 20. Jh. widmete sich der Ort, wie viele andere auch, hauptsächlich der Versorgung der damaligen Provinzhauptstadt mit landwirtschaftlichen Produkten. Weiterhin gab es eine Keramikproduktion, die von gewisser Bedeutung war.
Wenn wir uns vor Augen halten, dass Alcorcón 1955 nur 1370 Einwohner zählte, können wir uns ein Bild vom Bevölkerungszuwachs machen. Es handelt sich um eine in den Einzugsbereich der Metropole integrierte Satellitenstadt.
Die
Stadt liegt nur 13 km in Richtung Südwesten von der Hauptstadt entfernt und ist
seit einiger Zeit durch die Metrolinie 12, besser bekannt als MetroSur, mit der Metropole
verbunden.
Vier
Metrostationen liegen innerhalb von Alcobendas, einschließlich der ersten Station,
die den Anschluss zur Linie 10, Puerta del Sur herstellt. Die weiteren Stationen
sind Parque Lisboa, Alcorcón Central und Parque Oeste.
Ganz
in der Nähe von Alcorcón liegt das Flugfeld Cuatro Vientos, das jedoch zum Stadtgebiet
von Madrid gehört.
Hervorzuheben
ist die Pfarrkirche aus dem 16. bis 18. Jhs., die Santa María la Blanca geweiht
ist und 1992 renoviert wurde. Sie liegt auf einer Anhöhe, von der man annimmt, dass
hier im Mittelalter eine Moschee stand.
Der
Ort ist auch für die Schlösser der Marquis’ Valderas berühmt, die bekannter
sind unter dem Namen Castillos de San José de Valderas, denn so heißt heute das
Stadtviertel, in dem sie sich befinden. Ursprünglich waren es drei, von denen das
bedeutendste 1917 im Stil der sächsischen Neugotik erbaut wurde. Es ist von rechteckigem
Grundriss und mit zwei runden Wehrtürmen versehen.
In
der Vergangenheit wurden die Schlösser vernachlässigt und waren stark herunter
gekommen. In jüngster Zeit hat man jedoch zwei davon wieder aufgebaut, denn die
Erben haben der Stadtverwaltung von Alcobendas die Schlösser geschenkt.
Im
größeren (allgemein als Castillo Grande bekannt) befindet sich das Städtische
Museum für Glaskunst (MAVA), das 1997 auf Veranlassung von Javier Gómez, eines
Glaskünstlers aus Ávila
eingerichtet
wurde. Die Sammlung besteht aus mehr als 100 Werken von 80 Künstlern aus verschiedenen
Ländern, das älteste stammt aus dem Jahr 1977. Die hier ausgestellten Werke sind
ein ausgezeichnetes Beispiel für das heutige Niveau dieser Kunst.
In
dem anderen restaurierten Schloss ist u.a. der Sitz der Universidad Popular untergebracht.
Die
Schlossanlage mit dem Museums- und Universitätsschloss ist von Teichen und Springbrunnen
umgeben und so mit den angrenzenden Grünflächen verbunden.
Auch
die so genannte "Fuente Vieja" (Alter Brunnen), die 1903 für das erste Wasserkanalisationssystem
von Alcobendas errichtet wurde, ist noch erhalten.
Die wichtigsten Feste des Ortes finden seit etwa 300 Jahren statt: das Fest zu Ehren der Stadtheiligen, der Virgen de los Remedios, das jedes Jahr Anfang September begangen wird und das Fest zu Ehren von San José de Valderas, das zwischen dem 30. April und 2. Mai gefeiert wird.