Arganda del Rey liegt 27 km südöstlich von Madrid und verbindet die so genannte Alcarria mit der Flussaue des Jarama. Hier werden Baustoffe produziert und Getreide und Wein für die große Metropole angebaut. Der Ort wird jedoch auch mehr und mehr zu einer Vorstadt Madrids und verfügt bereits über einen Anschluss an das Metronetz. Hier leben ca. 35.000 Einwohner.
Der Ortsname ist arabischen Ursprungs, wenn gleich der offizielle Zuname zur Zeit Phillip II. in der zweiten Hälfte des 16. Jh. angefügt wurde, als dieser König das Gebiet offiziell seinen Ländereien einverleibte und es keiner anderen Herrschaft, als der des Königs (del Rey) mehr unterstand.
Fast die Hälfte des Stadtgebietes liegt innerhalb des Regionalparks um die Unterläufe der Flüsse Manzanares und Jarama, der als "Parque del Sureste" bekannt ist. Er wurde zum Naturschutzgebiet erklärt, weil hier die seltenen Weißstörche nisten.
Arganda ist außerdem ein anerkanntes Weinbaugebiet, dessen Produkte die Ursprungsbezeichnung Vinos de Madrid tragen (die anderen beiden Orte mit dieser Appellation sind San Martín de Valdeiglesias und Navalcarnero). Vor allem die hiesigen Weißweine sind hervorragend. Sie werden als hell, mild und fruchtig beschrieben.
Das Fest zu Ehren der Virgen de la Soledad, das alljährlich am zweiten Montag im September stattfindet, zieht viele Besucher an. Dabei wird der Aufstand im 17. Jh. gegen den Herzog von Lerma, den Favoriten von Phillip IV. szenisch dargestellt. Außerdem finden Stierkämpfe und die beliebten Encierros, das Eintreiben der Stiere statt.
Es überrascht nicht, dass Arganda im Rahmen der Route, die von Nuevo Baztán nach Alcalá de Henares und Chinchón führt, der Titel einer "Stadt von regionalem touristischem Interesse" verliehen wurde.
Die Kirche Iglesia de San Juan Bautista stammt aus dem 16. Jahrhundert. Sie hat einen Altaraufsatz im Churriguero-Stil, ihr Turm ist 57 Meter hoch. Die mittelalterliche Burg, die heute als Krankenhaus genutzt wird, ist noch hundert Jahre älter. Die Casa del Rey, das "Haus des Königs" aus dem ausgehenden 16. Jh. dient heute als Sitz des Stadtarchivs. Außerdem sind hier eine Musikschule und Ausstellungsräume untergebracht.
In Arganda gibt es noch viel mehr erwähnenswerte Baudenkmäler, sodass wir sie hier einfach aufzählen. Wenn der Besucher über genügend Zeit verfügt, sollte er sie jedoch alle besuchen: die Kapelle Nuestra Señora de la Soledad ist ein Barockgebäude aus dem 17. Jh., die Iglesia de Vilches wurde ebenfalls im barocken Baustil errichtet und datiert aus demselben Jahrhundert; die Kapelle Ermita de Valtierra wurde im Mudéjar-Stil gebaut, heute ist nur noch eine Fassade erhalten; das Haus des Bischofs Sancho Granado ist etwa 300 Jahre alt und hat ein barockes Portal; die Casa de Vilches stammt ebenfalls aus dem 17. Jh. und steht gegenüber der gleichnamigen Kapelle.