Nur 18 km liegt dieser Ort von der Stadt Madrid entfernt und einzig und allein die Casa de Campo trennt ihn vom Westen der Hauptstadt, zu deren Großraum Boadilla del Monte gehört.
Die Landwirtschaft als Einkommensquelle seiner Bevölkerung ist auf dem Rückzug und der Ort wird immer mehr zu einem Vorort der Metropole. Hier leben bereits mehr als 27.000 Einwohner.
Ein Teil des Stadtgebiets gehört zum Regionalpark des Mittellaufs des Guadarrama und dessen Umgebung.
Ventura Rodríguez, ein Architekt aus Ciempozuelos, einem Ort der Region Madrid baute hier im letzten Drittel des 18. Jh. einen klassizistischen Palast für den Infanten Luis Antonio de Borbón, den Bruder Königs Karl III., in dem Francisco de Goya einige seiner Gemälde anfertigte. Der Palast des Infanten Ludwig steht seit 1974 unter Denkmalschutz und soll Sitz des europäischen Umweltinstituts werden. Weitere historische Gebäude des Ortes sind das Convento de la Encarnación, einem aus der zweiten Hälfte des 17. Jh. stammenden Klosters, das 1980 ebenfalls unter Denkmalschutz gestellt wurde und eine wunderschöne Kirche hat: die Iglesia de San Cristóbal, welche wahrscheinlich schon vor dem 17. Jh. erbaut wurde sowie die nach Ventura Rodríguez benannte Brücke und der gleichnamige Brunnen aus dem 18. Jh., die beide in der Nähe des Palastes des Infanten liegen. Die Brücke befindet sich an der Straße, die nach Madrid führt.
Auch eine Erklärung des Ortsnamens ist angebracht: Boadilla stammt vom Wort "Bobadilla", der Verkleinerungsform von Bobada, was "Ochsenweide" bedeutet und vom lateinischen “Bovis” (Ochse) kommt. Der Zuname erschließt sich dem spanisch kundigen Leser leichter, denn "del Monte" bedeutet "vom oder am Berge".
Die Schutzpatronin des Ortes ist Nuestra Señora del Rosario (Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz) und ihr Fest, zu dem auch Stierkämpfe gehören, findet jedes Jahr im Oktober in der Nähe des Palacio del Infante statt.
In Boadilla del Monte ist auch die Fakultät für Informatik der Universidad Politécnica, der Technischen Hochschule Madrid zu Hause.