Dieser Ort liegt 57 km südöstlich der Stadt Madrid, nahe Aranjuez und an der Grenze zur Provinz Toledo, am Fluss Tajo. Auch zur Provinz Guadalajara ist es nicht weit.
Der Kalkstein aus den Steinbrüchen von Colmenar de Oreja wurde für viele bedeutende Madrider Baudenkmäler verwendet, u.a. für den königlichen Palast von Aranjuez. Neben den hier angebauten Weinen sind auch einige der historischen Gebäude erwähnenswert, so die Kirche Santa María la Mayor und die Plaza Mayor. Colmenar und Oreja waren ursprünglich zwei verschiedene Siedlungen. Der Name Colmenar (Bienenstock) hängt zweifelsohne mit der hier betriebenen Bienenzucht zusammen. Der andere Name kommt aus dem Lateinischen. Der in diesem Gebiet regierende römische Konsul hieß Aurelio, daher die Ableitung Oreja. Colmenar wuchs im Laufe der Jahrhunderte, Oreja hingegen nicht. Als 1833 die noch heute gültige Einteilung der Provinzen erfolgte, kam Oreja zur Provinz Toledo und Colmenar zu Madrid. Colmenar erhielt den vollständigen offiziellen Namen, unter dem es heute bekannt ist und erhielt von König Alfons XIII. 1922 das Stadtrecht. In jenen Jahren war Colmenar die drittgrößte Gemeinde der Provinz in Bezug auf die Bevölkerungszahl, heute leben hier ca. 7.000 Einwohner.
Es gibt mehrere Wanderrouten, die an diesem Ort ihren Ausgangspunkt haben oder hier vorbeiführen. Eine ist die so genannte Tajo-Route, die von der Region Madrid gefördert wird. Auf dem ökologischen Wanderweg "Vereda del Cristo" kann der Besucher die Landschaften kennen lernen, die den Übergang zwischen dem Landstrich der Alcarria und La Mancha bilden und bis zum Tajo wandern.
Die Kommunalverwaltung des Ortes empfiehlt ihrerseits zwei weitere Routen: Einerseits, die "Ruta de las Fuentes", auf der der Reisende die mehr als zehn, noch im Ort erhaltenen Brunnen erkunden kann und andererseits, ein kultureller Rundgang, der hier aus Platzgründen nur kurz genannt werden kann. Es besteht die Möglichkeit einer kostenlosen Führung. Die Kirche Santa María la Mayor ist beeindruckend und wenn wir den Turm betrachten, gelangen wir zu der Ansicht, dass er ein Werk Juan de Herreras sein könnte, des großen spanischen Baumeisters des 16. Jh. Der Turm ist mehr als 60 m hoch. Die Plaza Mayor im kastilischen Stil mit Arkaden wurde in den Jahren 1676 und 1794 erbaut. Daneben liegt die Gartenanlage des Parque Zacatín. Aus der Zeit zwischen dem 16. und 17. Jh. stammt die Kapelle Cristo del Humilladero, deren Grünanlage ebenfalls sehenswert ist. Das Monasterio de la Encarnación wurde im 17. Jh. errichtet, die Hauptfassade des Klosters ist jedoch klassizistisch. Der Ort beherbergt auch das Museo Ulpiano Checa. In diesem Museum werden Werke dieses lokalen Künstlers gezeigt. Das Teatro Diéguez ist ebenfalls bemerkenswert, wie auch die Brunnen und Gärten von Los Huertos, die Ofenanlagen für die Herstellung von Tonkrügen, die den Ort berühmt machten und die Kapelle San Roque.