Wenn Sie in nördlicher Richtung von Madrid in die Sierra de Guadarrama fahren, kommen Sie nach 31 km Fahrt nach Colmenar Viejo, einem Ort auf einer Höhe von 880 m, der in einem Übergangsgebiet zwischen der Hochebene und dem Gebirge liegt. Trotzdem ist Colmenar Viejo heute noch - was die Fläche betrifft und wenn man die Hauptstadt selbst ausnimmt -, die zweitgrößte Gemeinde der autonomen Region.
Hier leben über 39.000 Einwohner.
Sehenswert ist die gotische Pfarrkirche Asunción de Nuestra Señora, die einige Elemente im Stil der Renaissance und Spätgotik enthält. Das zwischen Ende des 15. und Anfang des 16. Jhs. errichtete Gotteshaus, dessen Altaraufsatz aus Tafeln besteht, die teils Alonso Sánchez Coello gemalt wurden, steht unter Denkmalschutz. Besonders beeindruckend sind der Kirchturm und das Nordportal. Ein weiteres bemerkenswertes Bauwerk ist die spätgotische Santa Ana-Kapelle, die ebenfalls im spätgotischen Stil mit Mudéjar-Elementen erbaut wurde. Von der beachtlichen architektonischen Vergangenheit der Stadt zeugen weitere Bauten, so die Kapelle Nuestra Señora del Socorro aus dem 16. Jh. und die aus demselben Jahrhundert datierende Ermita de la Soledad; die barocke Kapelle Virgen de los Remedios und die Kapelle San Francisco aus dem 16. Jh.; die Stierkampfarena, deren Veranstaltungen seit ihrer Einweihung im Jahr 1891 zu den besten der Region gehören; die mittelalterlichen Brücken Gramal und Marmota, ebenso wie die aus dem 16. Jh. stammende Brücke über den Bach Espino. Der Osten des Stadtgebietes gehört zum Regionalpark Cuenca Alta del Manzanares.
Von Colmenar Viejo aus kann man viele Wanderungen unternehmen. Wir empfehlen Ihnen die Route, die zu den Mühlen und Brücken der Umgebung des Ortes führt.
In Colmenar Viejo hat die Regulierungsbehörde für die Ursprungsbezeichnung "Carne de la Sierra de Guadarrama" (Fleisch aus der Sierra de Guadarrama) ihren Sitz. Dies ist ein Beweis für die Qualität der hiesigen Viehwirtschaft ist, die auch heute noch einen wichtigen Erwerbszweig darstellt. 1991 wurde Tres Cantos aus dem Gemeindegebiet ausgegliedert und ist seitdem selbstständig.
Sehr traditionsreich ist die Fiesta de la Vaquilla, die jedes Jahr am 2. Februar stattfindet. Sie wurde zur nationalen Touristenattraktion erklärt, ist aber nicht das einzige bemerkenswerte Fest. Die sehr heidnische und mit dem Erdkult verbundene Fiesta de la Maya findet jährlich am 2. Mai statt. Dabei stellen sich auf eine besondere traditionelle Weise gekleidete Mädchen, die “Mayas”, auf provisorischen Altären vor ihren Haustüren auf und stehen etwa drei Stunden lang still, bis eine von ihnen zur Frühlingsgöttin gewählt wird. Das Fest zu Ehren der Schutzheiligen, der Virgen de los Remedios wird vom 24. bis 28. August gefeiert. Gemeinsam mit der Comunidad de Madrid organisiert die Stadtverwaltung die Industrie- und Handelsmesse Norte de Mmadrid-Exposierra, die Unternehmen im Norden der Region unterstützen und fördern möchte.