Nuevo Baztán ist in der Landschaft der Alcarria und im Einflussbereich der Stadt Alcalá de Henares, von der es nur etwa 20 km ist, zu finden. Aufgrund seiner historischen Bauten wurde der Ort zum Kulturdenkmal erklärt.
Er liegt etwa 45 km von Madrid entfernt, im Südosten der autonomen Region, auf einer Höhe von 830 m ü. M. Zurzeit leben hier mehr als 4.400 Menschen.
Die Gründung dieses Ortes unweit der heutigen Provinz Guadalajara geht auf den spanischen Architekten und Bildhauer José Benito Churriguera zurück und erfolgte von 1709 bis 1723 auf Veranlassung des Feudalherren, Juan de Goyeneche, der Besitzungen im heutigen Dorf Olmeda de las Fuentes sein Eigen nannte.
Goyeneche kaufte den Wald von Acevedo, der knapp 4 km von der genannten Gemeinde entfernt war, um seine Nutzflächen zu erweitern. Für den Namen Nuevo Baztán, mit dem er das ehemalige Anwesen Acevedo taufte, gibt es eine einfache Erklärung. Der Magnat wollte auf diese Weise das Pyrenäental ehren, in dem er das Licht der Welt erblickt hatte.
Der Gebäudekomplex wurde in der ersten Hälfte des 20. Jh. unter Denkmalschutz gestellt und im Jahr 1980 als Kulturdenkmal eingestuft. Es besteht aus dem Palast von Juan de Goyeneche und der mit dem Palast verbundenen Kirche San Francisco Javier sowie zwei Plätzen.
Vom Dorf wurde gesagt, dass es barocker Luxus sei. Es war gleichzeitig auch Vorreiter für die Ideen des modernen Zeitalters, die sich im Laufe de 18. Jh. verbreiten sollten.
Neben den Plätzen, dem Palast und der Kirche umfasste die ursprüngliche Anlage mehrere Fabrikgebäude zur Herstellung von Glas, Stoffen, Schnaps und anderen Produkten, sowie die Wohngebäude der Arbeiter. All dies war mit exquisiter Schlichtheit aus Stein und in strengem Stil erbaut, der sich vom üblichen künstlerischen Wirken Churrigueras stark unterschied. Der Künstler scheint hier Wert auf die Funktionalität seines Entwurfs gelegt zu haben, ohne jedoch den monumentalen Charakter zu vernachlässigen.
Seit 2003 steht hier eine Bronzeskulptur, die Juan de Goyeneche darstellt und von Gonzalo de Lossada geschaffen wurde. Heute ist die Gesamtanlage Besitz der Region Madrid, die es zum Kulturgut erklärt und in den ehemaligen Weinkellern des Ortes ein Informationszentrum eingerichtet hat, das zugleich als Völkerkundemuseum dient.
Darüber hinaus gibt es im Gemeindegebiet von Nuevo Baztán zahlreiche Routen durch die umgebende Naturlandschaft, wie etwa den Wanderweg "Senda de Valmores", auf dem man interessante Überreste von Kalk- und Gipsöfen sehen kann.