Pinto


Lage

Dieser Ort liegt 21 km südlich der Stadt Madrid und ist Teil des Großraums Madrid und des Regionalparks um die Unterläufe der Flüsse Manzanares und Jarama, bekannt als Parque del Sureste, der zu den Naturschutzgebieten der autonomen Region gehört. Ein Drittel des Gemeindegebiets, die Gegend um den Bach Culebro, ist in den Park integriert. Die Stadt grenzt im Norden an Getafe, im Süden an Torrejón de Velasco und Valdemoro, im Osten an San Martín de la Vega und im Westen an Parla und Fuenlabrada.

Die Gemeinde versorgte ursprüngliche die Großstadt Madrid mit Getreide und Gemüse. Im Verlauf der zweiten Hälfte des 20. Jh. wurde Pinto jedoch zum Industriegebiet, in dem vor allem Metall verarbeitende Betriebe ansässig sind, und zur Wohnstadt.

Heute leben in diesem Ort der so genannten Südkrone Madrids mehr als 35.000 Einwohner.

Geschichte

Zwei Bauten sollten bei einem Besuch der Stadt unbedingt besichtigt werden. Das sind der Turm von Éboli und die Pfarrkirche Santo Domingo de Silos aus dem 16. Jh., mit deren Bau jedoch schon ein Jahrhundert zuvor begonnen worden war und die erst im 17. Jh. fertig gestellt wurde. Das Gotteshaus hat eine gotische Decke, Säulen im Stil der Renaissance und eine platereske Kanzel. Der Turm von Éboli, der auch als Turm von Pinto bekannt ist, ist 16,50 m hoch und 10 m breit. Er stammt aus der Mitte des 14. Jh. und steht auf einer 30 m hohen Anhöhe.

Er wurde von den spanischen Königen im 16. und 17. Jh. als Gefängnis benutzt. Hier wurde auf Befehl Philipp II. im Jahre 1579 sechs Monate lang die berühmte Prinzessin von Éboli festgehalten. Der königliche Sekretär Antonio Pérez wurde zehn Jahre später hier eingesperrt.

Weitere erwähnenswerte Gebäude sind die Klosterkirche der Kapuzinerinnen, die Nuestra Señora de la Asunción, der Schutzpatronin von Pinto geweiht ist und aus dem 16. und 17. Jh. stammt; die Kapelle Ermita del Cristo del Calvario aus dem 17. und 18. Jh.; die Kapelle Ermita de San Antón, die im 18. Jh. errichtet wurde, und die Kirche Sagrada Familia im Neomudéjar-Stil, die im 19. Jh. erbaut wurde. Ein berühmter Zivilbau in Pinto ist die Casa de la Cadena, die aus dem 17. Jh. stammt und heute ein Heimatmuseum beherbergt.

Die ersten Ansiedlungen in dieser Gegend entstanden bereits in vorgeschichtlicher Zeit an den Ufern der Bäche Arroyo de los Prados und El Culebro, die beide in den nahen Manzanares münden und nahe der Höhle Cuniebles fließen. In Pinto gibt es fünf archäologische Fundstätten aus der Neusteinzeit, der Kupfersteinzeit, der Eisenzeit sowie der Römer- und Westgotenzeit; leider kann noch keiner der Ausgrabungsorte besichtigt werden.

Wir empfehlen daher den Besuch des im Jahr 2001 im Parque Juan Carlos I. eingeweihten "Parque Arqueológico Municipal Gonzalo Arteaga", der als Arqueopinto bekannt ist und eine Fläche von 18.000 m2 einnimmt.

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