Dieser Ort liegt nur 30 km von der Hauptstadt entfernt im Südwesten der Region Madrid, zwischen den Orten Valdemorillo, Villanueva del Pardillo und Brunete. Neben dem Ortskern gibt es noch verschiedene andere Wohnsiedlungen. Durch das Gemeindegebiet fließen der Guadarrama und der Aulencia.
Bis ins 15. Jh. war der Ort als "La Despernada" bekannt und man glaubt, dass dieser Name auf eine Prinzessin zurückzuführen ist, die bei einer Jagd in der Gegend einen Reitunfall erlitt, sich ein Bein brach und längere Zeit im Dorf bleiben musste. Es gibt noch weitere Legenden zur Erklärung des früheren Ortsnamens, aber diese scheint uns die wahrscheinlichste, denn während der Regierungszeit Heinrich IV. waren höfische Jagden in dieser Gegend keine Seltenheit.
Im spanischen Bürgerkrieg wurde Villanueva de la Cañada vollständig zerstört, deshalb sind nur wenige alte Dokumente und keine historischen Gebäude aus den Jahren vor 1939 erhalten. Auf dem Gemeindegebiet stehen jedoch die Ruinen der Burg von Aulencia, auf einem kleinen Hügel in der Nähe der Siedlung Villafranca del Castillo. Hier residierte einst der arabische Verwalter des Gebietes. Die Burg weist die typischen Eigenschaften dieser Art von Befestigungen auf: eine doppelte Mauer, sechs zylindrische Türme an den Eckmauern und ein Wehrturm in der Mitte. Während der Schlacht von Brunete im Spanischen Bürgerkrieg wurde die Burg ebenfalls als Festung genutzt.
Im Zentrum von Villanueva, gegenüber dem Rathaus, steht die Pfarrkirche Santiago Apóstol, die nach dem Bürgerkrieg erbaut wurde. Im Ort gibt es auch zwei Privatuniversitäten, die Universidad Alfonso X el Sabio und die Universidad Camilo José Cela. Beide tragen zweifelsohne zur Verjüngung der Bevölkerungsstruktur bei. Der Ort bietet gute Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten, u.a. einen Golfplatz, der Campo de Golf de La Dehesa. Erwähnenswert ist auch der größte Wasserpark Europas, Aquópolis in Villanueva de la Cañada.