Universität Alcalá

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Außenansicht und Details der Universität Alcalá de Henares

Im Jahr 1499 vom Kardinal Cisneros mit dem Namen Colegio Mayor de San Ildefonso gegründet, veränderte die Universidad Complutense die Stadt Alcalá de Henares in kultureller und städtebaulicher Hinsicht.

An dieser Universität studierten zahlreiche Persönlichkeiten des Siglo de Oro, des spanischen Goldenen Jahrhunderts. Unter ihnen befanden sich Geistliche, Schriftsteller und Dramaturgen, Ärzte und Wissenschaftler. Der Aufschwung der Universität ging einher mit der Entwicklung des Stadtzentrums von Alcalá und führte zum Bau neuer Straßen, Plätze und Kloster.

Zu den bedeutendsten Werken, die von der Universidad Complutense herausgegeben wurden, gehört zweifelsohne die "Biblia Políglota Complutense" des Kardinals Cisneros. In ihr wurden erstmals in der Welt hebräische, griechische, lateinische und aramäische Bibeltexte vereint.

1836 verlegte die spanische Königin Isabella II. die Universidad Complutense nach Madrid. In Alcalá wurden erst 1977 wieder Vorlesungen abgehalten.

Über die Universität Alcalá de Henares

Geschichte

Colegio Mayor de San Ildefonso

Die Universität Alcalá de Henares wurde 1499 von Kardinal Cisneros gegründet. Sie bestand ursprünglich aus dem Colegio Mayor de San Ildefonso und einer Vielzahl minderer, von diesem abhängiger Schulen, deren Anzahl ständig zunahm und im 17. Jahrhundert bei vierzig lag.

Die Gründung des Colegio Mayor durch Cisneros stand im Zeichen religiöser Symbolik: Der Gründer stellte als Haupt der Universität Jesus dar. Die 33 Stipendiaten bezogen sich auf das Alter Christus und die 12 Priester erinnerten an die Apostel.

In den Colegios Menores, den minderen Schulen wurden vier Jahre lang die Artes (Künste), d.h., Philosophie, Abriss der Logik, Metaphysik und Physik gelehrt. Danach erhielt der Student die Reifeprüfung und konnte sein Universitätsstudium fortsetzen, wobei die Theologie - neben der Medizin - die wahre Fachrichtung dieser Universität darstellte.

Einer der berühmtesten Lehrer der Universität war Elio Antonio de Nebrija, der Verfasser der ersten Grammatik einer moderner europäischen Sprache, die er an der Complutense lehrte.

Glanz und Untergang des Colegio Mayor de San Ildefonso verliefen parallel mit dem des spanischen Königreiches. Die Lehranstalt wurde 1836 nach Madrid verlegt. 1977 wurde Alcalá erneut Universitätsstadt und das Gebäude des Colegio Mayor zum Sitz des Rektorats.

Architektur

Detail der Fassade des Colegio Mayor de San Ildefonso

Das Colegio Mayor de San Ildefonso, heutiger Sitz des Rektorats, befindet sich auf der Plaza de San Diego. Die Fassade im plateresken Stil wurde in den Jahren 1537 bis 1553 von Rodrigo Gil de Hontañón aus goldfarbenem Stein von Tamajón (Guadalajara) gefertigt. Hervorzuheben sind die Figuren der Hellebardiere auf beiden Seiten des Fensters der Bibliothek, das Wappen Karls V. und die Figur von Gottvater, neben anderen Details, wegen derer sie als eines der Glanzstücke der Renaissance gilt.

Der Bau hat mehrere Innenhöfe. Der Patio Mayor ist dreistöckig, alle weiteren sind einstöckig. Zu ihnen zählt der so genannte Patio Trilingüe. Hier wurde Latein, Griechisch und Hebräisch unterrichtet. Daran schließt die ehemalige Aula Magna an, heute Auditorium Maximum der Universität und prächtiges Szenarium für die hier jährlich stattfindende Verleihung des Cervantes-Preises. Es handelt sich um einen großartigen Saal mit einer wunderschönen Täfelung, interessanten Gipsarbeiten im plateresken Stil und einem prächtigen Fußboden.

Das älteste Gebäude der Universität ist die Kapelle San Ildefonso, die 1510 errichtet wurde und in der Cisneros beigesetzt ist. Sie wurde von Doménico Fancelli und Bartolomé Ordóñez aus Carrara-Marmor geschaffen.

Nützliche Daten

Besuchszeiten


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