Der südliche Scheitel des Museumsdreiecks auf dem Kunstboulevard wird vom Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía gebildet, dessen ständige Sammlung durch das spanische Königspaar am 10. September 1992 eingeweiht wurde.
Dieses Nationalmuseum ist der Kunst des 20. Jahrhunderts gewidmet und steht auf der belebten Glorieta de Carlos V., auch Glorieta de Atocha genannt.
Mit einer Ausstellungsfläche von 12.505 m2 ist es eines der größten Kunstmuseen der Welt.

Das ehemalige Museo de Arte Contemporáneo (Museum für zeitgenössische Kunst) befand sich in der Ciudad Universitaria, weit entfernt von dem kulturhistorischen Zentrum der Stadt Madrid. Die Sammlungen des Museums sind heute in einem Gebäude untergebracht, das im 18. Jahrhundert vom Architekten Francisco Sabatini als Krankenhaus entworfen wurde und danach mehrfach umgebaut und erweitert wurde.
Um ein so berühmtes Gemälde, wie Picassos Guernica zu beherbergen, war es einfach unerlässlich, das Museum im Zentrum der Stadt anzusiedeln. 1977 wurde das Gebäude unter Denkmalsschutz gestellt.

Die Ständige Ausstellung ist auf die zweite und vierte Etage verteilt. Der Grund dafür ist konzeptioneller Art und dient der Differenzierung der künstlerischen Avantgarde des beginnenden 20. Jahrhunderts - bis 1939 - und der zeitgenössischen Werke - von 1939 bis zum heutigen Tag -.
Im Reina Sofía sind sowohl die ersten Kontakte der spanischen Moderne mit Europa - durch Künstler, wie Hermenegildo Anglada-Camarasa, Isidro Nonell, Ignacio Zuloaga, José Guiérrez Solana und Francisco Rubio - als auch der bedeutende Beitrag der Kubisten und Surrealisten, wie Picasso, Miró, Dalí, Juan Gris, Julio González, María Blanchard, Óscar Domínguez und ihr Einfluss auf die so genannte Ecôle de Paris - Vázquez Díaz, Pancho Cossío, Alfonso Pérex de León u.a. - vertreten. Es wird auch Raum für alternative Sichtweisen innerhalb der Avantgarde gewährt, zu denen der mediterrane Klassizismus, die Neue Sachlichkeit und die spanische Figuration der Vorkriegszeit zählen.
Die Wiederbegegnung mit diesem avantgardistischen Geist in den 40er Jahren und der Protagonismus, den die abstrakte Bewegung in den 50er und 60er als "Informel" und geometrisierende Abstrakte Kunst bekam, beenden diesen kunsthistorischen Rundgang.



