Die Route, die den südlichen Bereich des Flussgebiets des Guadarrama umfasst, beginnt in der Stadt El Escorial, verläuft am Stausee Valmayor entlang und endet an der Wallfahrtskapelle von Navahonda, unweit der Estación de Seguimiento Espacial (Bahnverfolgungsstation). Unterwegs besuchen wir die Ortschaften Zarzalejo, Santa María de la Alameda, Valdemaqueda und Robledo de Chavela. Die Strecke geht über fast 200 Kilometer (wenn Sie von Madrid aus losfahren), sodass Sie zwei bis drei Tage für die Tour einplanen sollten. Die Dauer des Ausflugs hängt auch davon ab, ob Sie das nahe gelegene Kloster San Lorenzo de El Escorial besichtigen möchten, denn dafür ist ein ganzer Tag erforderlich. In diesem Fall können Sie in dem Städtchen El Escorial oder auf halbem Weg in Zarzalejo oder Robledo de Chavela übernachten.
Wir beginnen unsere Route in dem Städtchen El Escorial. Wenn Sie das nahe gelegene Kloster San Lorenzo del Escorial noch nicht kennen, ist der Besuch dieses großartigen Bauwerks, das Philipp II. als Ruhestätte seines Vaters, des Kaisers Karl V. errichten ließ, ein Muss. Es liegt nur drei Kilometer von der Stadt entfernt und ist montags wie die Mehrzahl der spanischen Denkmäler und Museen geschlossen.
Wenn Sie jedoch bereits Gelegenheit hatten, diese Königliche Residenz zu besichtigen, beginnen wir die Route in El Escorial, der Kleinstadt, die dem Kloster seinen Namen gegeben hat. Ihre Geschichte ist eng mit Philipp II. verbunden, der dem Ort das Stadtrecht verlieh, um in dessen Umgebung bauen zu können.
In
der Plaza de España befindet sich das
Monasterio
de Prestado,
Wohnsitz Philipp II. während der Bauarbeiten am Kloster San Lorenzo. Unweit des
Platzes steht eine der schönsten Kirchen der Provinz, die Iglesia de San Bernabé,
die nach Entwürfen von Herrera im Baustil
des Escorial gebaut wurde. Sie
ist von zwei spitzen Türmen flankiert, die von der Comunidad de Madrid im Jahr 1983
unter Denkmalschutz gestellt wurden.
Bei
einem Spaziergang durch die Stadt können Sie weitere bedeutende Monumente entdecken,
wie den Festungsturm Campillo und die Kirche Santísima Trinidad, die beide aus dem
15. Jh. datieren. In der Stadt befindet sich auch der als
Casita
del Príncipe bekannte
Palast, den Karl III. zur Zerstreuung seines Sohnes, des späteren Karl IV. errichten
ließ. Die im 18. Jh. erbaute Casita del Príncipe ist ein wunderschönes Beispiel
für die Palastbau- und Gartenkunst dieser Epoche.
Neben den außerordentlichen Sehenswürdigkeiten, die im Herzen des Städtchens El Escorial verborgen sind, ist die herrliche Landschaft zu nennen, in der dieser Ort eingebettet ist. Der Fluss Aulencia, ein Nebenfluss des Guadarrama fließt an der Stadt vorbei, von seinem Ufer aus ist die nahe Sierra de Malagón und der Pico de Abantos erkennbar. In der Umgebung der Stadt liegt der Stausee Valmayor, an dem wir bei unserer Tour durch das südliche Flussgebiet des Guadarrama nun Halt machen.
Der
Stausee wurde im Jahr 1976 infolge des steigenden Wasserbedarfs der umliegenden Gemeinden
und der Gemeinden im Westen und Süden der Provinz angelegt. Hinsichtlich des Fassungsvermögens
ist er nach El Atazar der zweitgrößte Stausee von Madrid. Er nimmt die Wassermengen
der Flüsse Aulencia und Guadarrama auf und kann maximal 124 hm3 fassen.
Aufgrund seiner Größe ist der Stausee Valmayor besonders für die Ausübung der
verschiedensten
Wassersportarten geeignet.
An seinen Ufer haben der Sportklub Club Deportivo Canal de Isabel II und die Segelschule
Escuela Club de Regatas de Valmayor ihren Sitz.
Auch das Angeln ist am Stausee möglich, insbesondere werden im Gebiet Karpfen und Hechte gefangen. Eine weitere Möglichkeit, um Valmayor genauer kennen zu lernen, ist ein Ausflug zu Pferd vom nahe dem Stausee gelegenen Reitzentrum aus.
Unser
nächstes Ziel ist der kleine Ort Zarzalejo. Er besteht aus zwei sehr differenzierten
Ortsteilen. Oben in den Bergen befindet sich das alte Dorf, während sich die neuen
Häuser um die weiter unten gelegene Bahnstation gruppieren. Zarzalejo liegt an den
Hängen von zwei Bergen, die als Las
Machotas
bezeichnet
werden und wo der Fluss Perales entspringt.
Aufgrund der nahe gelegenen Steinbrüche an den Berghängen von Las Machotas erwählte Philipp II. diesen Ort zuerst für den Bau des Klosters. Der Widerstand des Dorfes, vor allem der Leute, die in den höher gelegenen Bereichen wohnten, führte dazu, dass der König seine Meinung änderte und den aktuellen Standort bestimmte. Die Meinungsverschiedenheiten zwischen Philipp II. und den Ortsansässigen waren so groß, dass er sie Karaiben nannte und von ihnen behauptete, dass sie unbändiger seien als die karibischen Indianer des gerade entdeckten amerikanischen Kontinents. Noch heute tragen die Einwohner des höher gelegenen Ortsteils diesen Beinamen, während die Einwohner des unteren Ortsteils als Pajares (Heuschober) bezeichnet werden, dies aufgrund der dort befindlichen Gehöfte und Getreidespeicher.
In Zarzalejo sollten Sie die Plaza de la Constitución besichtigen, neuralgisches Zentrum des historischen Stadtkerns. Der Platz wird während der Volksfeste geschlossen und zu einer provisorischen Stierkampfarena. In der Umgebung von Zarzalejo befindet sich auf halbem Weg zum Puerto de la Cruz Verde die Iglesia de San Pedro - Schutzheiliger der Gemeinde - ein aus dem Jahr 1492 datierender Kirchentempel im Stil der Renaissance.
Wir
verlassen Zarzalejo auf der Landstraße, die uns zum Puerto de la Cruz Verde führt
und können auf der anderen Seite unser nächstes Ziel ausmachen. Die malerische
Landschaft von Santa María de la Alameda wird von den Flüssen Cofio und Aceña
durchquert, sie liegt unweit des Pinienwalds
Pinar
de Abantos.
Auf mehr als 1400 m Höhe gelegen, diente Santa María als Lager der Steinhauer,
die am Bau des Klosters El Escorial beteiligt waren. Aufgrund der besonderen Orografie
des Ortes war die Kommunikation mit diesem Ort stets kompliziert. Dies hat die Entwicklung
seiner Bevölkerung bedingt. Ein gutes Beispiel für die Bemühungen zur Annäherung
der Verkehrswege an die Ortschaft ist das
Viaducto
del Recondo,
das von der Eisenbahngesellschaft konstruiert wurde, um das Flussbett des Cofio unberührt
zu lassen.
Auf der Plaza de la Constitución befinden sich die repräsentativsten Gebäude des Ortes: das Rathaus, der ehemalige Waschplatz und die gotische Kirche Nuestra Señora de la Alameda. Sie können auch die Häuser im Baustil der Gebirgsdörfer besehen, die sich um den Marktplatz herum anordnen. Santa María de la Alameda ist eine Gemeinde, die aus mehreren Ortsteilen besteht: Las Herreras, La Hoya, Navalespino, La Paradilla, Robledondo, Santa María de la Alameda und Santa María Estación.
Wir
kehren auf dem Puerto de la Cruz zurück, um nach Valdemaqueda zu gelangen. Dabei
müssen wir den Fluss Cofio überqueren und können die aus der Römerzeit oder dem
Mittelalter stammende
Mocha-Brücke aus
der Nähe bewundern. Valdemaqueda war für seine Viehzucht und insbesondere für
die Kunst der hier tätigen Glasbläser berühmt, die Produkte herstellten, welche
dem venezianischem Glas sehr ähnlich waren. Die Kunsthandwerker von Valdemaqueda
fertigten u. a. die Glasfenster der Kathedrale von Segovia an.
Bei einem Rundgang durch Valdemaqueda können Sie die im 16. Jh. erbaute Pfarrkirche San Lorenzo Mártir, die Wallfahrtskapelle Nuestra Señora de los Remedios und den ehemaligen Palast der Medinaceli besichtigen, von dem trotz grundlegender Umbauten die Hauptfassade und das Familienwappen aus ehemals glänzenden Zeiten erhalten sind.
Vor kurzem wurde diese Ortschaft zum Vogelschutzgebiet erklärt und ist ein kleines Paradies für alle Naturliebhaber, die durch die Pinienwälder am Fluss Cofio spazieren oder den Felsen von Santa Catalina ersteigen möchten, wo der Schwarze und Rote Milan sowie Gänsegeier, Schwarzstörche und Uhus nisten.
Sie sollten auf demselben Weg zurückkehren und erneut den Fluss Cofio überqueren, um das letzte Ziel unserer Route, Robledo de Chavela zu erreichen. In diesem Ort befindet sich die Estación de Seguimiento Espacial , eine der drei leistungsfähigsten Bahnverfolgungsstationen der Welt, die von der NASA und INTA verwaltet werden. Sie verfügt über einen Komplex von riesigen Parabolantennen, die Signale aus dem Weltraum aus einer Entfernung von 10,5 Milliarden Kilometern empfangen. Wenn Sie an einem Besuch interessiert sind, können Sie im Besucherzentrum Modelle und Projektionen ansehen sowie um Auskunft über die hier stattfindenden Konferenzen ersuchen.
Aber
Robledo de Chavela hat noch weitere Sehenswürdigkeiten zu bieten, vor allem im Hinblick
auf die zivile und sakrale Baukunst. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Pfarrkirche
Asunción de Nuestra Señora, die einen Altaraufsatz besitzt, von dem 34 der 38 Originalgemälde
erhalten sind, die dem hier geborenen Maler Fernando del Rincón zugeschrieben werden.
Auf der Plaza de España steht das im 19. Jh. erbaute Rathaus.
Für
den Reisenden interessant mag auch die
Vía
Crucis sein,
die auf dem Weg nach
Navas
del Rey liegt.
Sie besteht aus 14 Granitkreuzen, die sich über pyramidenförmig angeordneten Stufen
erheben. Die Kreuze sind mehr als zwei Meter hoch und besonders beeindruckend mit
der kürzlich installierten nächtlichen Beleuchtung.
Robledo de Chavela ist von kleinen Tälern und Bergen umgeben, in denen Pinien, Steineichen und Eschen anzutreffen sind, sowie dem Stausee des Cofio. Es handelt sich zweifelsohne um eine herrliche Landschaft, die dazu einlädt, einen Tag im Kontakt mit der Natur zu verbringen.
Die Schutzheilige von Robledo de Chavela ist Nuestra Señora de Navahonda, deren Kapelle nur wenige Kilometer entfernt ist und wo jedes Jahr eine Wallfahrt vierzig Tage nach Ostersonntag begangen wird. An dieser Wallfahrtskapelle findet unser Ausflug sein Ende.
Die
im 18. Jh. erbaute Wallfahrtskapelle steht in einer malerischen landschaftlichen
Gegend zu Füßen des Bergs Almenara und ist von Steineichen und Granitfelsen umgeben.
Tische und Bänke laden den Reisenden zum Verweilen und zur Stärkung ein. Vor ihrem
Eingang befindet sich ein barockes
Wegekreuz
(Cruz del Humilladero).
Im Mittelalter lag in dieser Zone ein kleines Dorf mit der Bezeichnung Navahonda,
das nur zwei Kilometer von dieser Kapelle entfernt war und von der sie ihren Namen
erhielt.
Unsere Route endet hier, wo die Sierra de Guadarrama und die Sierra de Gredos aufeinander treffen. Am Flussufer des Guadarrama entlang konnten wir einige bedeutende Orte kennen lernen, denen er auf seinem Lauf begegnet.
Entfernung von Madrid in km: 195
Route in km: 71
Dauer:2/3 Tage
Typologie: Freunde/Paare