Diese Route durch das Flussgebiet des Lozoya beginnt in La Hiruela und verläuft über die Orte Montejo de la Sierra, Horcajuelo de la Sierra, Prádena del Rincón, bis sie in Puebla de la Sierra ihren Abschluss findet. Wie Sie aus den Ortsnamen ersehen können, prägt die Sierra, das Gebirgsland, konkret die Sierra Rincón, die von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt wurde, diese Tour.
Mit dieser Route schlagen wir Ihnen einen Ausflug für ein oder zwei Tage durch das ehemals als Sierra Pobre bekannte Gebiet vor. Hier können Sie die einzigartige Schönheit der Rotbuchen im Hayedo de Montejo bewundern, in dem zahlreiche Wanderwege vorhanden sind. Die Route geht über ca. 35 Autokilometer und ist somit nicht allzu lang. Wenn Sie jedoch von Madrid aus starten, müssen sie schon etwas früher aufstehen, da von der Hauptstadt aus insgesamt 250 Kilometer zurückzulegen sind. Auch wenn ein Tagesausflug ausreichend ist, empfehlen wir, ein ganzes Wochenende einzuplanen und so den Rotbuchenwald von Montejo in aller Ruhe besuchen zu können.
Dieser
kleine Ort im äußersten Nordwesten der Provinz Madrid ist von den Bergen von Calahorra,
der Sierra de la Concha und dem Cerro de la Artilla umgeben und bietet dem Besucher
unvergleichbare Ansichten. Bereits bei der Ankunft öffnet sich dem Besucher ein
beeindruckender Ausblick, von dem aus die
Schönheit
der Landschaft betrachtet
werden kann.
La Hiruela ist ein kleiner Ort mit wenigen Einwohnern, der dank des Land- und Umwelttourismus wieder zum Leben erweckt wurde. Bei einem Spaziergang durch seine Gassen vorbei an den Steinhäusern mit kleinen Fenstern, die vor der winterlichen Kälte schützen und von denen einige mit kleinen Gehöften und Bauerngärten ausgestattet sind, kann der Besucher ein typisches Gebirgsdorf kennen lernen. Die barocke Kirche San Miguel Arcángel wurde auf einem früheren Kirchenbau aus dem 17. Jh. errichtet. Die beiden Hauptstraßen münden in die Plaza Huerta de las Pastores, auf der Sie einen Granitbalkon mit Schmuckelementen im für die Baukunst von Madrid typischen Herrerastil antreffen.
Die Umgebung des Ortes wird vom Jarama und kleineren Bächen durchflossen. Wenn Sie Jagdliebhaber sind, sollten Sie wissen, dass ganz in der Nähe das Jagdrevier Sonsaz liegt. An den Wochenenden lädt ein gutes Restaurant zur Verkostung der typischen Gerichte des Madrider Gebirgslandes ein. Und wenn Sie den Ort zum Volksfest Anfang Oktober besuchen, können Sie gemeinsam mit den Einwohnern und Besuchern das volkstümliche Gericht "Caldereta" kosten.
Um zum nächsten Zielort, Montejo de la Sierra zu gelangen, müssen Sie den Puerto de la Hiruela passieren. Die Landstraße führt Sie auf 1478 m Höhe in Serpentinen an beeindruckenden Felsgebilden vorbei, die die Flussgebiete des Jarama und Lozoya trennen.
Montejo de la Sierra, ehemals auch als Montejo del Rincón bekannt, liegt an den Berghängen des gleichnamigen Gebirges und bewahrt in seiner Nähe eine der schönsten und bezauberndsten Landschaften - nicht nur der Region Madrid, sondern der gesamten spanischen Geografie: Hayedo de Montejo. Aber zuallererst wollen wir den Ort besuchen.
Montejo ist ein malerisches Gebirgsdorf, das seit Urzeiten mit dem Jagdsport verbunden ist. Davon zeugt u.a., dass das aus dem 14. Jh. datierende Libro de la Montería von Alfons XI. von Kastilien die Gegend als ein spezielles Gebiet für die Jagd von Bären, Wildschweinen und Füchsen zitiert. Die Entstehungsgeschichte des Ortes geht auf die kastilische Eroberung des Gebiets zurück. Es wird angenommen, dass es Schäfer und Viehzüchter aus Segovia waren, die sich hier zuerst ansiedelten.
Einige
der noch heute erhaltenen, früheren Häuser wurden erst später, im 15. Jh. zeitgleich
mit der Iglesia de San Pedro erbaut. In dieser Kirche im Mudejarstil können Sie
die Eichenholztäfelung im Altarraum und eine
romanische
Jungfrau
aus
dem 13. Jh. bewundern, die aus der zwei Kilometer vom Dorf entfernten Wallfahrtskapelle,
der Ermita de Nazaret stammt. Auf der Plaza Mayor können Sie sich an dem aus Stein
gehauenen Brunnen aus dem Jahr 1830 erfrischen, aus dessen drei Röhren kristallklares
und köstliches Wasser aus den Bergen quillt.
Jährlich werden zahlreiche Feste gefeiert, dazu gehören die Quema de San Judas (Verbrennung von Judas), Karsamstag und die kürzlich wiederentdeckte Fiesta de los Mayos. Bei diesem Volksfest wird am 1. Mai ein im nahen Wald gefällter Maibaum auf der Plaza Mayor aufgestellt. In seinem Schatten findet eine Verlosung statt, nach der sich die Jungen und Mädchen des Ortes aufs Geratewohl zusammentun und während der Festlichkeiten miteinander gehen.
In
der Umgebung von Montejo liegt der
südlichste
Buchenwald Europas,
ein Buchen und Eichenmischwald, der ungewöhnlich für diese Breitengrade ist. Der
Besuch dieses Naturschutzgebietes ist nur beschränkt und mit einer beim Centro de
Recursos de Montaña von Montejo de la Sierra im Voraus zu beantragenden Erlaubnis
möglich.
Er umfasst fast hundert Hektar und die beste Jahreszeit für einen Spaziergang durch Montejo de la Sierra sind das Frühjahr und der Herbst, wenn die Blätter der Rotbuchen den Wald in intensive Grün- und Gelbtöne sowie goldene, kupferne und feuerrote Farbtöne kleiden. Dies ist zweifelsohne ein beeindruckender Ort, der zu einem Spaziergang einlädt, wenn Sie in der Sierra del Rincón zu Besuch sind. Ein Schmuckstück der Natur, das das Gebiet in einen magischen Schein hüllt.
Wenn Sie sich an der Pracht des Buchenwaldes in aller Ruhe erfreuen möchten, können Sie in Montejo übernachten und bei einem auf Holzkohle geschmorten Braten oder einem reichlich servierten Bohnengericht, wie es in der Sierra zubereitet wird, wieder zu Kräften kommen.
Wir
nehmen den Weg in Horcajuelo de la Sierra, knapp zwei Kilometer hinter Montejo wieder
auf. Diese kleine Ortschaft widmete sich in erster Linie der Viehzucht und entstand
ebenso wie Montejo durch die Ansiedlung von Schäfern aus Segovia in der Region nach
der Vertreibung der Araber. Das älteste Gebäude dieses Dorfes ist die
Kirche
San Nicolás de Barimit
einer herrlichen gotischen Kapelle aus dem 15. Jh. Sie befindet sich auf dem höchsten
Punkt, im Zentrum des Ortes, das sie mit ihrem Anblick beherrscht und von dem die
ineinander verwobenen Gassen ausgehen, die den Besucher zum Verweilen einladen.
Jüngeren Datum ist das Museo Etnológico von Horcajuelo, das im Jahr 1997 eingeweiht wurde. Hier können Sie mehr über das traditionelle Leben in der Sierra erfahren und Ausstellungen der Gegenwartskunst besuchen. Im Eintritt zum Museum ist der Besuch einer Schmiede enthalten, die restauriert wurde und in der die ehemalige Werkstatt eines Schmieds nachgebildet wurde.
Wie alle Orte dieser Route besitzt auch Horcajuelo eine wunderbare Naturlandschaft. Vom Ort gehen mehrere Wanderwege ab, auf denen die nahe gelegenen Wälder und Berge erkundet werden können.
Prádena
del Rincón gleicht in Gründung und wirtschaftlicher Entwicklung den Ortschaften,
die Sie bereits auf unserer Tour besichtigen konnten. Dieses Dorf erlebt eine zweite
Jugend dank dem
Landtourismus und
der Nutzung als Zweitwohnsitz durch viele Einwohner der Umgebung. Ein Großteil der
Häuser, die während der zweiten Hälfte des 20. Jh. verlassen wurden, werden nun
zur erneuten Nutzung restauriert, wobei der typische Baustil der Gebirgsdörfer,
der diesen Orten eine besondere Note gibt, bewahrt wird.
In Prádena del Rincón ist der Sitz der Mancomunidad de la Sierra del Rincón, eine Gebietskörperschaft, die zur Potenzierung der gemeinsamen Projekte der fünf Gemeinden, die sie auf dieser Route kennen gelernt haben, geschaffen wurde. Hier erhalten Sie ebenfalls Auskunft über die Naturlandschaften, die Sie besichtigen möchten und die erforderlichen Voraussetzungen.
In
Prádena sind zahlreiche traditionelle Steinhäuser erhalten. Der historische Ortskern
schmiegt sich an den Berghang an, die unregelmäßig angeordneten Gassen führen
bergab zur Kirche des Ortes. Der Kirchentempel Santo Domingo besitzt eine romanische
Apsis aus dem 13. Jh., einen hohen Kirchturm und zwei Vorkirchen.
Das Volksfest findet im Monat Juli statt. Seit kurzem wurden frühere Traditionen, wie das Schlachtfest im Winter und der Hornazo, ein nahrhaftes Gericht, das Sie gemeinsam mit den Einwohner von Prádena kosten können, wiederbelebt.
Unsere
Route geht nun dem Ende entgegen und findet ihren Abschluss in Puebla de la Sierra,
ca. 18 km von Prádena entfernt. Dieser kleine Ort empfängt den Reisenden mit dem
farblichen
Kontrast
der
Rottöne seiner Häuserdächer vor dem intensiven Grün der bewaldeten Umgebung.
Seine engen und verwinkelten Gassen, die kaum das Sonnenlicht durchlassen, führen
kurvenförmig zur Kirche des Ortes, der Iglesia de la Purísima Concepción. Von
hier aus hat man die beste Aussicht auf die Umgebung.
Denn Puebla ist vollkommen in die Sierra del Rincón eingebettet, die wir bei unserer Route durch die fünf Gemeinden durchquert haben und die im Juni 2005 von der UNESCO aufgrund ihres unvergleichlichen Naturreichtums zum Biosphärenreservat erklärt wurde. Buchen-, Eichen-, Steineichen und Pinienwälder, in der eine reiche und mannigfaltige Tierwelt lebt. Hier, in einer der schönsten Landschaften des Madrider Gebirgslandes sind Geier, Adler, Eulen, Rehe, Wildschweine, Hirsche und Füchse beheimatet.
Entfernung von Madrid in km: 250
Route in km: 35
Dauer:1/2 Tage
Typologie: Freunde/Paare/Familien