Wir besichtigen die Ortschaften im Osten der Region Madrid auf einer Route durch die Flussebenen des Jarama und Henares. Diese ehemals landwirtschaftlichen Gemeinden wurden nach und nach zu Vororten der Metropoli und der Städte Alcalá de Henares, Torrejón de Ardoz und San Fernando de Henares. Von den Anhöhen in der Landschaft erblicken Sie die Flussauen, in denen Weizen, Oliven und Wein angebaut werden; Orte, an denen noch einige ländliche Siedlungen erhalten sind, die von der Vergangenheit der Feldbauern und Viehzüchter berichten.
In diesen Ortschaften sind noch Bauten erhalten, die Beispiele für den Mudejarstil in der Region Madrid sind. Dieser Baustil war kennzeichnend für eine Zeitperiode, die von Ende des 12. bis Anfang des 16. Jhs. reichte und sich durch den Gebrauch von typisch maurischen Ausdrucksformen und Techniken in den christlichen Gebieten auszeichnete. Die Verwendung von Ziegelstein bei den Bauten und die farbig bemalten Holzdecken sind einige der Hauptmerkmale, die auf eine Interpretation der mittelalterlichen Formen ohne allzu viele Neuerungen hinausliefen. Auf dieser Route können Sie weiterhin künstlerische Tendenzen spätere Jahrhunderte, wie die eleganten Renaissancehäuser von Alcalá de Henares und die prächtigen Barockbauten von Nuevo Baztán finden, ein Ort, der ein Modell für die städtebauliche und industrielle Entwicklung im 18. Jh. ist.
Fluren und Auen, Kirchen, Stauseen und Kloster, Universitäten und Kathedralen, Paläste und ländliche Ortskerne bilden das Kulturerbe der historischen Städte und Gemeinden, die in ihrer Mehrzahl wenig bekannt sind, auch wenn beispielsweise Alcalá de Henares zum Weltkulturerbe erklärt wurde. In ihrer Gesamtheit stellen sie das bedeutende Vermächtnis der Vergangenheit der Region Madrid dar.
Arabischen Ursprungs, gehörte zum Santiagoorden und später zum Señorío de Medinaceli, die Wappen an der Kirche Iglesia de San Vicente Mártir (16. Jh.) zeugen davon. Palacio de Medinaceli: Es sind die Baustruktur, ein Wappen und der kastilische Innenhof mit Steinsäulen erhalten geblieben, heute öffentliches Gebäude. Ehrenfriedhof zum Gedenken an die Schlacht von Madrid (1936-1939).
Herrliche Aussicht auf die umliegende Landschaft. Kirche (15.-17. Jh.) mit Mudejar-Turm und Renaissanceportal, drei Kirchenschiffe mit toskanischen Säulen, gotisches Weihwasserbecken.
Kirche im Platereskenstil (16. Jh.); Gemälde von Carducho, Kammermaler Philipp IV.
Arabischen Ursprungs, Stadtrecht seit 1563. Valdeolmos: Iglesia de la Inmaculada (16. Jh.), Renaissanceportal, Kapelle mit gotischer Abdeckung, westgotischer Grabstein und Taufbecken aus dem 16. Jh. Alalpardo: Iglesia de San Cristóbal, Gotik/Mudejar, einschiffig mit Holzdach und Backsteinmauern.
Im 13. Jh. gegründet. Iglesia de San Pedro (16. Jh.): Romanik/Mudejar-Apsis, im Kircheninnern Reste von Gemälden aus dieser Zeit.
Es handelt sich möglicherweise um das römische "Miacum", arabische Siedlung und Domäne von Guadalajara, von der Casa del Infantado abhängig. Stadtrecht seit 1479. Iglesia de la Asunción de Nuestra Señora, "Die Kathedrale": drei wunderschöne, mehrfarbige Retabel und Gitter aus dem 16. Jh. Casa de la Inquisición: sehr schön restauriert, hier fanden die Besprechungen der Katholischen Könige mit den Mendoza statt.
Die
Altstadt und Universität wurden zum Weltkulturerbe erklärt. Der Mudejarstil ist
an vielen Gebäuden ersichtlich. Palacio Arzobispal (Erzbischöflicher Palast): Im
14. Jh. im Mudejarstil mit späteren Zusätzen konstruiert, bei einem Brand im Jahr
1939 wurden die Täfelungen und Dekoration des ehemalien Salón de Concilios unwiederbringlich
beschädigt; der Torreón de Tenorio blieb im ursprünglichen Zustand erhalten; eine
neue, neugotische Kapelle wurde 1997 anstelle des alten Salons errichtet; hier wurde
Catalina de Aragón, Tochter der Katholischen Könige und Königin von England geboren.
Colegio Mayor de San Ildefonso: Zentrum der Universidad Complutense von Alcalá;
1494 im Mudejarstil zur Zeit des Kardinal Cisnero erbaut, spätere Baustile haben
ihre Pracht noch gesteigert; Paraninfo und Capilla de San Ildefonso sind mit Stuckarbeiten
dekoriert, in der die isabellinische Gotik, Mudejar- und Platereskenstil harmonisch
vermischt sind; beide Gebäude wurden mit wunderschönen, mehrfarbigen Holztäfelungen
ausgestattet; in der Capilla de San Ildefonso befindet sich der marmorne Zentotaph
des Kardinal Cisneros.
Hospital de Antezana (1483): im toledanischen Mudejarstil erbaut. Convento de las Ursulas (16. Jh.): Die Kirche wurde im späten Mudejarstil errichtet, die herrliche Holztäfelung ist erhalten geblieben. Capilla del Oidor (15. Jh.), wunderschöne Mudejar-Stuckarbeiten; bewahrt das Taufbecken, in dem Cervantes getauft wurde.
Weitere interessante Monumente: Monasterio de San Bernardo (17-. Jh.), La Magistral (1497-1514), Casa de la Entrevista, Casa Natal-Museo de Cervantes (Geburtshaus von Cervantes), Museo Arqueológico (Archäologisches Museum) von Alcalá de Henares.
Iglesia de San Pedro (16.-17. Jh.), Übergang von der Gotik zur Renaissance; herrliche Aussicht auf die Flussebene des Henares.
Einer der ältesten Orte der Region Madrid, von den Keltiberern besetzt und von Ptolemäus als toledanische Stadt zitiert. Iglesia de San Torcuato: Altarraum und Turm im Mudejarstil, Bestuhlung aus dem 18. Jh. Reste des Castillo de Torremocha (13.-15. Jh.): Hier wurden der Kardinal Cisneros, König Franz I. von Frankreich nach seiner Verlegung nach Madrid und die Prinzessin Eboli gefangen gehalten.
Im Jahr 1709 als Modellstadt auf Initiative von Juan de Goyeneche, Geschäftsmann und intimer Freund Karl I. gegründet. Hier wohnten Familien aus Navarra, Kastilien, Flandern und Portugal; bedeutende Glas- und Keramikindustrie. Das Städtebauprojekt sowie Kirche und Schloss wurden von José Benito Churriguera entworfen.
Für seine schmackhaften Nahrungsmittel bekannt: ausgezeichnete Oliven, Olivenöl und Schafskäse. Iglesia de Nuestra Señora del Castillo (12.-13. Jh.): Übergang von der Romanik zur Gotik, zwei gotische Kanzeln.
Zwei Kloster auf der Plaza Mayor, die beide besichtigt werden können. Das ältere Kloster ist das Convento de las Carmelitas Descalzas. Das Convento de las Dominicas wurde vom Conde-Duque de Olivares, Favorit Philipp IV. gegründet. Daneben wurde 1909 das Pantheon der Casa de Alba errichtet. Die Mönche stellen köstliches Backwerk her, das sie hinter einem Drehfenster verkaufen.
Wunderbare Sicht auf die Ermita del Cristo de Rivas.
Im 12. Jh. gegründet, war Bestandteil der Besitztümer des Erzbistums von Toledo. Iglesia de la Natividad de Nuestra Señora (16. Jh.). Camino de Vicálvaro: Cristo de Rivas, Blik auf den Jarama und die Gipsfelsen, die bis nach San Martín de la Vega reichen. Am 29. September wird einem Ecce Homo aus dem Jahr 1636 gehuldigt. Auf der Straße nach San Fernando de Henares: Palacio de El Negralejo, Landgut mit Kapelle und Schloss (17.-19. Jh.), interessante Ausstellung zum Landleben.
Ort arabischen Ursprungs. Aus seiner Vergangenheit sind jedoch allein La Casa Grande überliefert; von María de Austria gegründet und von den Jesuiten des Colegio Imperial de Madrid bis zu Ihrem Vertreiben verwaltet; war einer der größten Land- und Viehwirtschaftskomplexe der Region; beherbergt ein Ikonenmuseum mit ca. 1.500 Werken aus dem 12. bis 20. Jhs.
Im Jahr 1747 gab Ferdinand VI. ein barockes Städtebauprojekt in Auftrag, das in der Anlage einer gepflegten Gartenstadt bestand, die das Königshaus mit frischem Obst und Gemüse versorgen sollte. Es wurden eine Papier- und Tuchfabrik und eine Walkmühle errichtet. Eine große Epidemie machte dieses ehrgeizige Projekt eines Industriekomplexes zunichte. Denkmal zum Gedenken an Ferdinand IV. und Schloss aus dem 18. Jh.
Cobeña, Valdeavero, Pezuela de las Torres, Olmeda de las Fuentes und Pozuelo del Rey.